Wo ist Teacher Mati? – Es ist viel geschehen (T.1)

Das fragten sich meine Schüler*innen in den letzten zwei Monaten ziemlich häufig und vielleicht haben sich auch einige von euch gefragt, wo denn mein nächster Blogeintrag bleibt. Es gibt also einiges zu erzählen. 

Wie schon im letzten Eintrag prophezeit drehte sich im Januar und der ersten Hälfte des Februars alles um die Arbeit. Der Sportunterricht lief reibungslos und die Balance zwischen lernen und spielen gelingt mir immer besser. Auch müssen die Lehrer*innen mich nicht mehr so oft unterstützen, da mein Khmer immer fester und routinierter geworden ist. Das merke ich auch daran, dass immer mehr Redewendungen und Worte aus dem Khmer in mein Alltagsenglisch fließen, vor allem in der Kommunität. Auch in die deutschsprachigen Telefonate und Sprachnachrichten verlieren sich ab und zu Khmer-Vokabeln. 

Neben dem morgendlichen Unterricht startete Mitte Januar auch mein Fußballteam für die 4. und 5. Klasse am Nachmittag. Zuvor hatten die Lehrerinnen in den Klassen gefragt, wer denn Lust hätte Fußball zu trainieren. Aus den drei Klassen meldeten sich rund 60 Kinder bei dem Team an, das sind knapp zwei Drittel aller Schüler*innen! Als jemand, der eigentlich gar nicht so gut Fußball spielen kann, wurde ich dann doch etwas nervös. Wie soll ich 60 Kinder alleine im Fußball coachen?! Aber die Kinder hatten sich schon angemeldet und das Training war am Tag nachdem ich die Zahlen bekommen hatte. Also Vertrauen, Augen zu und durch! Zum ersten Training kamen wahrhaftig 55 Kinder und es lief sogar erstaunlich gut. Zur nächsten Woche verteilte ich nun die Gruppe auf Dienstag und Freitag auf und alles war gut. Am nächsten Dienstag allerdings fanden sich nur etwa zehn von den erwarteten dreißig Kindern mit mir auf dem Platz ein.

Diese Art von Dynamik konnte ich hier schon öfter beobachten. Wenn etwas neues gestartet wird gibt es erst einmal einen großen Hype und viele wollen mitmachen, nach ein zwei Wochen wird dann allerdings erst klar, wer wirklich vor hat länger am Ball zu bleiben und die Gruppe wird erschreckend kleiner. Da ich dieses Verhalten schon erwartet hatte war ich nicht enttäuscht, ging in die Klassen und habe mal nachgefragt, wo denn alle bleiben. Jetzt stehen wir regelmäßig mit ca. 15-17 Leuten auf dem Platz und es macht allen Spaß.

Im ersten Monat des Jahres wuchs unsere Kommunität um zwei neue Mitglieder an. Zum einen Father Jinhyuk SJ, einen Jesuiten aus Korea, der schon lange als Gemeindepfarrer in Kambodscha gearbeitet hat und jetzt an der XJS für die Lehrer*innen-Fortbildungen und noch einiges mehr zuständig ist. Nach ihm kam Sohnah eine Freiwillige auch aus Korea, deren Hauptaufgabe es seien wird an den Berichten für die Spender mit zu arbeiten.

Zwar sind hier alle unter der Woche sehr beschäftigt, doch das Wochenende gehört jedem Einzelnen und so nahm ich mir die Zeit und besuchte endlich meine Mitfreiwillige Benedicta in ihrem Projekt Namens „Croap“ (Samenkorn). Beni lebt fünf Stunden von Sisophon entfernt etwas abseits von den großen Straßen auf einem von Natur umgebenen Gelände in einer Hausgemeinschaft zusammen mit mit mehreren Khmer Frauen. Dort arbeitet sie in einer Montessori-Schule und auf einer Demonstrationsfarm, sowie mit der sog. „Womensgroup“. Ich fand es sehr interessant zu sehen wie sehr sich unsere Projekte und Lebensumstände voneinander unterscheiden und mir wurde wieder klar, dass jede Einsatzstelle einzigartig ist, auch wenn wir im gleichen Land leben.  

Der Januar war für mich voller glücklicher Momente und Freude. Hier einige Schlaglichter:

Über den Besuch meiner Familie und meine Rückkehr in die Hauptstadt geht es weiter in Teil zwei

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